"Vermischte Notizen" In : Zentralblatt für Bibliothekswesen Jg. 16 1899 S. 333

"In den Sitzungsberichten der philos.-historischen Klasse der Kaiserlichen Akademie der Wissenschafteb, 137. Bd. (Wien 1898), findet sich als 1. Abhandlung die von Friedrich Müller 'Ueber den Ursprung der gruzinischen Schrift' (12 S.). Der Verfasser sucht zuerst aus den Schriftformen nachzuweisen, daß von den beiden Schriftarten der Gruzinen (Georgier) die Volksschrift aus der Minuskelform der Priesterschrifte hervorgegangen ist. Den Ursprung der gruzinischen Schrift glaubt Müler aus dem semitischen, speciell dem aramäischen Alpahbet herleiten zu dürfen. - In der 4. Abhandlung (126 S.) beschäftigt sich L. von Schroeder mit 8 Tübinger Katha-Handschriften, die Dr. M.A. Stein für die Universitäts-Bibliothek in Tübingen erworben hat, beschreibt sie ihrem Inhalte nach und stellt ihre Beziehungen zu dem Taittiriya-Aranyaka fest. - In der 5. Abhandlung (160 S.) bietet Anton E. SChönbach 'Mittheilungen aus altdeutschen Handschriften' (6. Stück) 'Ueber ein mitteldeutsches Evangelienwerk aus St. Paul'. Der Verfasser beahndelt darin die Handschrift XXV c/53 des Benedictinerstiftes St. APul in Kärnten (Anf. des 14. Jhdts.), die 'eine unvollständige Bearbeitung der vier Evangelien in gereimten Versen enthält', anch Überlieferung, Sprache und Versbau, prüft die Arbeit des Dichters und die litterarischen Beziehungen des Werkes und schließt mit einer Auslese aus dem Wichtigsten des Wortschatzes. - Die 8. Abhandlung (82 S.) bringt den IX. Teil der Bibliotheca patrum latinorum britannica von Heinrich Schenkl (vgl. Centralblatt 15 (1898) S. 232). Dieser Teil befaßt sich mit den Bibliotheken der Colleges in Cambridge und zwar der des Pembroke College, in die der größte Teil der Bibliothek der Abtei von S. Edmund in Bury übergangen ist, der des S. John's College und der des S. Perter's College. F.E."

===========================================

Zur Verfügung gestellt von www.klosterbibliotheken.at 2007