Simon Laschitzer "Die Verordnungen über die Bibliotheken und Archive der aufgehobenen Klöster in Oesterreich" in: Mitteilungen des Instituts für österreichische Geschichtsforschung 2 1881 S. 401 - 440.

! In Bearbeitung !

Als ich vor sechs Jahren an die Sammlung des in dieser Arbeit verwertheten Quellenmaterials ging, hatte ich mir die Aufgabe gestellt, den Bibliotheken und Archiven der unter Kaiser Josef II. aufgehobenen Klöster in Kärnten nachzuforschen. Ich kam bald zur Erkenntnis, dass ich nach zwei Richtungen weiter gehen müsse: einer seits durch Ausdehnung der Nachforschungen auf die allgemeine Gesetzgebung dieser Zeit über jene Bibliotheken und Archive überhaupt, andererseits, da zwei der ehemals bedeutendsten Stifte Kärntens Milstat und Eberndorf schon unter Maria Theresia durch die Aufhebung des Jesuitenordens mitbetroffen wurden und da die Gesetzgebung unter Josef II. sich vielfach auf die früher geübte Praxis stützte, durch Einbeziehung des Jesuitencollegiums in Klagenfurt und der bezüglichen Legislation unter Maria Theresia in den Kreis dieser Studien. Das Quellenmateriale wurde theils dem Archive k.k. Ministeriums für Cultus und Unterricht in Wien, theils den Statthalterarchiven in Graz und Klagenfurt entnommen [1]. Aeusserst geringe Ausbeute gewährten die Registraturen der Finanzdirectionen in den beiden letztgenannten Städten. Zur Constatirung des Verbleibes der Urkunden und Manuscripte wurden naoch Forschungen im H.H. und Staatsarchive in Wien, in dem damals grossentheils naoch ungeordneten Archive des historischen Vereines in Kärnten zu Klagenfurt und in der dortigen Studienbibliothek, welche aber einen ganz ungenügenden Manuscriptenkatalog besitz, angestellt. Am wenigsten befriedigend war das Ergebnis, soweit es die Ausführung der allgemeinen Verordnungen durch die unteren Verwaltungsbehörden betrifft. Hatte ich hier meine Untersuchungen im wesentlichen auf das Vorgehen der kärnterischen Landeshauptmannschaft und der Kreisämter zu Klagenfurt und Villach zu beschränken, so sind gerade die Acten der kärntnerischen Kreisämter in ihren Beziehungen zum innerösterreichischen Gubernium möglichst unvollständig erhalten; in Folge der wechselnden politischen Ländereintheilung hatten sie theils durch wiederholte Ueberführungen nach Garz und Laibach und wieder nach Klagenfurt sehr viele Verluste erlitten, theils waren die Acten der Finanzdirectionen, der ehemaligen Kammeralämter, welche in mancher Beziehung werthvolles Material hätten bieten können, fast vollständig vernichtet worden. So liegen Verzeichnisse über die Bibliotheken aund Archive der aufgehobenen Klöster, wie solche fast überall von den Aufhebungscommissionen angefertigt wurden, nicht mehr vor und so wurde eine Feststellung des Werthes oder Unwerthes sowie etwaiger Verluste unmöglich.

Ich gebe zunächst die allgemeinen Verordnungen über die Bibliotheken und Archive der aufgehobenen Klöster. Auch weitere Nachforschungen in den Archiven der übrigen Länderstellen dürften nur wenig zu Ergänzung beibringen können, da die Concepte der Circulare an die Länderstellen noch grösstentheils im Archive des Ministeriums vorhanden sind.

Ich habe noch für die mir auf Verwendung des Herrn Prof. Sickel gewährte Unterstützung und Förderung von Seite des k.k. Ministeriums für Cultus und Unterricht und der k.k. Centralcommission für Kunst- und historische Denkmale, welche mir diese Forschungen ermöglichte, meinen wärmsten Dank auszusprechen.

Als die Kaiserin Maria Theresia Gewissheit erlangt hatte, dass Papst Clemens XIV. die Aufhebung des Jesuitenordens beschlossen habe, setzte sie schon im Mai 1773 eine eigene Commission nieder, die ihr in allen damit im Zusammenhange stehenden Geschäften Vorschläge zu machen hatte. Diese scheint bei ihren Berathungen bereits auf die Archive und Bibliotheken der Jesuitencollegien Bedacht genommen haben; schon in dem Handschreiben der Kaiserin vom 7. September, das eine Richtschnur für die Kundmachung der päpstlichen Bulle sein sollte, wird der Archive ausdrücklich gedacht [2]. Durch Handbillet an den Grafen v. BlÜmegen vom 8. September ordnete die Kaiserin aber insbesondere an, dass der Aufhebungscommisär nachgehends durch Anlegung der Sperre aller Güter der Klöster des Jesuitenorens in ihrem Namen in Besitz zu nehmen, die Archive und sonstigen Schriften zu obsigniren und über alle Realbesitzungen, Capitalien und sonstigen Habschaften von den Rectoribus, Procuratoribus etc. ein verlässliches Inventarium abzuverlangen habe [3]. Auf Grund dieses Handbilletes wurde ein Hofrescript, das den Befehl der Kaiserin fast wörtlich enthielt, unter dem 9. September an sämtliche Länderstellen erlassen [4]. In Folge eines anderen Handbilletes der Kaiserin vom 17. September an den Grafen Wrbna [5] erging bereits zwei Tage später ein Hofdecret an die Länderstellen, das den Inhalt des Handbilletes wörtlich wiederholte und diesem gemäss verordnete, dass Manuscripta und Vormerkungen, die bei den Jesuiten sich vorfinden dürften, welche lediglich de moribus, disciplina et cirrectione ihrer Geistlichen handeln, ur Vermeidung aller hieraus etwa entspringen mögenden Unanständigkeiten in Gegenwart der weltlichen Commissarien verbrannt werden sollten, nachdem sie vorher dem geistlichen Commissär vorgewiesen und dieser sich flüchtig von ihrem Inhalte versichert hätte, denn sie seien derzeit ohnehin von keinem Nutzen, andererseits sei es aber auch nicht räthlich, sie in andere Hände fallen zu lassen [6]. Durch Hofkanzleidecret vom 4. Dezember desselben Jahres wurde diese Verordnung zwar wieder aufgehoben und nun folgendes bestimmt: Künftighin sollen keine bei ehemaligen Ordens-Mitgliedern sich vorfindenden Schriften, von welchem Inhalte solche auch sein mögen, mehr verbrannt werden, sondern es sollen alle derlei Scripta oder Bücher von den k.k. Commissären versiegelt zu Einsicht nach Hof eingesandt werden [7], aber sowohl in Graz wie auch in Klagenfurt war man der ersteren Verordnung bereits pünktlich nachgekommen und hatte die durch dieselbe bezeichneten Schriften, welche bei Aufhebung des Jesuitenordens vorgefunden worden waren, verbrannt [8].

Noch mag hier eine etwas spätere Verordnung durch Hofkanzleidecret vom 8. März 1774 an die kärntnerische Landeshauptmannschaft erwähnt werden, wodurch befohlen wurde, dieselbe solle, nachdem man aus den Bibliothekskatalogen ersehen habe, dass in denselben verschiedene das Studienwesen, dann die Correspondenz mit ihren Ordensgeneralen betreffliche Schriften verzeichnet seien, solche Schriften erheben lassen un der Hofkammer einsenden [9]. Ich konnte nicht in Erfahrung bringen, ob dieser Befehl auch befolgt wurde.

In dem kaiserlichen Patente vom 9. September 1773, das vorzüglich über das Ordensvermögen der Jesuiten Verfügungen traf, wurden, jene, welche etws zurückbehalten, unterschlagen, verheimlichen oder, falls sie Kenntnis davon haben, nicht offenbaren würden, nach Vorschrift der besethenden peinlichen Gesetze mit den schärfsten Geld- und Leibesstrafen bedroht, jenen hingegen, die verheimlichtes Ordensvermögen entdecken würden, eine Belohnung durch zehnjährigen Fruchtgenuss von demselben zugesagt. Unter den hierauf bezüglichen Gegenständen werden ausdrücklich auch Bücher, Schriften und Urkunden genannt [10].

In Betreff der Bücher wurde durch Hofcammerdecret vom 19. September noch folgendes verordnet: Alle Orensgeistlichen haben sämtliche Bücher mit Ausnahme derjenigen, die ihr Eigenthum oder nur zu ihrer Andacht bestimmt sind, an die Bibliothek, woraus sie entlehnt worden seien, wieder zurückzustellen. Auf Ansuchen könne jedoch dem einen oder anderen Individuum auch das eine oder andere in sein Studium oder sonstiges Fach einschlagendes Werk zum ferneren Gebrauche überlassen werden [11].

Behält man diese Verordnung im Auge, so werden Verschleppungen und das Verschwinden literarischer Schätze aus aufgehobenen Jesuitenbibliotheken, wenn solche auch auf bestimmte Personen und Umstände nicht zurückgeführt werden können, nicht mehr unerklärlich erscheinen. Manche dieser Bibliotheken blieben nach der Aufhebung lange ohne gehörige Aufsicht und die Aufhebungscommissäre waren bei der Menge der Geschäfte kaum in der Lage eine genaue Controle über entlehnte Bücher und Manuscripte führen zu können. Soviel war in allgemeinen Verordnungen über die Aufhebung des Jesuitenordens in Bezug auf die Archive und Bibliotheken vorgekehrt worden. Es war, wie man sieht, nur sehr wenig.

Wenn man die Ansichten, welche von einzelnen Schriftstellern über die Anordnungen Kaiser Josefs II. und über den Vorgang der Regierung und der Behörden bei den Klosteraufhebungen in Oesterreich betreffs der Erhaltung oder Verschleuderung der wissenschaftlichen und Kunstschätzen der Klöster geäussert wurden, verfolgt, so trifft man auf zwei entgegengesetzte Richtungen. Die einen klagen über die achtlose Verschleuderung derselben, über den grossen Vandalismus der Beamten, auch wohl darüber, dass sowohl der Kaiser wie die Beamten für die Werthschätzung der wissenschaftlichen und Kunstschätze keinen Sinn gehabt hätten, dass dadurch die grössten Verluste zu beklagen, vieles zu Grunde gegangen oder verschleppt worden sei. Ueberhaupt ist es beliebt, Verluste, sei es für die Wissenschaft oder für die Kunst, im allgemeinen auf Rechnung der josephinischen Periode zu setzen [12]. Andere hingegen finde, dass der Kaiser, die Regierung und Behörden alles für die Erhaltung derselben thaten, dass auch nichts ruinirt, nichts verschleppt wurde, dass alles jetzt noch wohlerhalten vorhanden sei [13].

Aber weder die einen noch die anderen treffen das Richtige; denn einerseits muss die geschichtliche Betrachtung über das Gebahren mit Kunstgegenständen, die schon durch ihren materiellen Stoff von Werth waren von jener über die in Archiven und Bibliotheken aufgespeicherten wissenschaftlichen Materialien getrennt werden, was gewöhnlich nicht geschieht, und andererseits fassen die meisten ihr Urtheil zu allgemein, sie beurtheilen entweder nach dem Vorgehen der Regierung in einer Richtung auch das gesamte Gebahren derselben oder ziehen sogar von einzelnen Vorkommnissen einen Schluss auf das Allgemeine. Meistens wird dabei jedoch der Umstand übersehen, dass bei der Durchführung der Klosteraufhebungen in Folge des mehr oder weniger complizirten Verwaltungsorganismus verschiedene Factoren in Rechnung kamen und darum berücksichtigt werden müssen, dass etwaige Unregelmässigkeiten deshalb nicht immer derselben Ursache zuzuschreiben sind. Ein in jeder Hinsicht gerechtes Urtheil wird man, wie ich glaube, erst dann zu fällen im Stande sein, wenn man die historischem Detailstudien auf bestimmte Richtungen und kleinere abgeschlossene Verwaltungsgebiete concentrirt, um auf solche Weise vorerst in einem beschränkten Kreise zu einer historisch richtigen Darstellung zu gelangen. Erst auf Grund dieser Einzeluntersuchungen wird man dann auch in der Lage sein ein allgemein richtiges Urtheil zu schöpfen.

Durch das Rescript an die Länderstellen über die Klosteraufhebung vom 12. Jänner 1782 waren alle Ordenshäuser, Klöster, Hospizien oder welche Namen diese geistlichen Versammlungshäuser sonst haben mochten, vom männlichen Geschlecht des Carthäuser- und Camaldulenser-Ordens und die Eremiten oder sogenannten Waldbrüder, vom weiblichen Geschlecht die der Carmeliterinnen, Clarissinnen, Capuzinerinnen und Franciscanerinnen zur Aufhebung bestimmt worden. Es waren prinzipiell nur jene Orden. die ein rein beschauliches Leben führten. Von Fall zu Fall jedoch wurden auch andere Orden und Klöster zur Aufhebung herangezogen, meistentheils solche, die dem finanziellen Ruin nahe standen. Aber durch die Gesetze vom 18. Juni 1785 und vom 4. Jänner 1786 wurde dann auch das bisherige Prinzip erweitert, indem durch jenes alle für die Seelsorge überhaupt entbehrlichen Orden und Klöster zur Aufhebung bestimmt, durch dieses aber mehrere vermögliche Klöster zu Gunsten des Religionfondes aufgehoeben wurden.

Die oberste Leitung der Klosteraufhebung führte zuerst unmittelbar die böhm. öst. Hifkanzlei selbst. Als sie aber in der Folge die gehäuften Geschäfte nicht mehr zu bewältigen vermochte, richtete der Kaiser am 26. Juli 1782 ein besonderes Amt für die kirchlich-politischen Gegenstande "die geistliche Hofcommission" für alle deutschen und ungarischen Erbländer ein. Dieser wurden dann auch sämtliche auf die Klosteraufhebung bezüglichen Angelegenheiten zugewiesen. Sie stand unter der Hofkanzlei und man adressirte: "An die k.k. böhm. öst. Hofkanzlei, geistliche Commission". Präses derselben war Freih. v. Kressel; zu den Mitgliedern zählten die Hofräthe Heinke und Hann und der Abt Rautenstrauch.

Bei den einzelnen Länderstellen traten zufolge des Rescriptes vom 12. Jänner 1782 eigene Klosteraufhebungs-Commissionen ins Leben, die jedoch schon am 13. August desselben Jahres wieder aufgelassen wurden. An ihrer Stelle wurden geistliche Filialcommissionen eingerichtet. Diese hatten nun die Klosteraufhebungen in den betreffenden Ländern zu leiten und durchzuführen. Sie standen unter Aufsicht der Länderstellen, correspondirten durch den Statthalter mit der geistlichen Hofcommission und erhielten von dieser Weisungen und Befehle [14].

In dem bereits genannten Rescripte vom 12. Jänner 1782 wurde betreffs der Archive und Bibliotheken der aufzuhebenden Klöster nur bestimmt, dass der mit der Aufhebung beauftragte Commissär sogleich nach Publication des Gesetzes unter anderem auch die Schlüssel zu den Archiven abzuverlangen, die Localitäten aber zu versperren und zu versiegeln habe. Waren hier auch die Bibliotheken nicht besonders genannt, so musste nach dem Sinne des ganzen Gesetzes doch auch an diese die Sperre angelegt werden und aus den Acten erhellt, dass dies auch geschah. Als besondere Begünstigung für die einzelnen Ordensmitglieder wurde aber ausdrücklich durch das Rescript festgesetzt, dass ihnen alles, was an Bildern, Büchern u.s.w. zu ihrem Privatgebrauche bestimmt war, für die Zeit des ferneren Aufenthaltes im Kloster verbleiben könne; über diese Gegenstände sei jedoch individualiter ein Inventar zu verfertigen, das dann einem jeden beim Austritte aus dem Hause mitzunehmen gestattet sein sollte. Ebenso wurde die Abfassung eines Inventars in duplo über das sämmtliche, bewegliche und unbewegliche Vermögen angeordnet, wovon ein Exemplar bei der Landesstelle hinterlegt, das andere aber nach Wien eingeschickt werden sollte [15].

Die Verwaltung des gesammten Klostervermögens wurde der Hofkammer übertragen [16], die schon am folgenden Tage ein ergänzendes Decret an alle Länderstellen erliess. Aus diesem ist als hieher gehörig hervorzuheben:

1. Das Inventar ist dreifach abzufassen; eines davon bleibt bei der Landesstelle, das zweite ist der Direction der Kammeral- und Jesuitengüter, das dritte der Hofkammer zu übergeben.
2. Der Commissär hat zur Uebernahme des Vermögens einen Buchhaltungsbeamten und eventuell einen Beamten der Kammeralkasse zu verwenden.
3. Bei jeder Landesstelle ist zum Zwecke der Klosteraufhebungen eine eigene Commission einzusetzen [17]. Es waren dies die schon erwähnten Klosteraufhebunggcommissionen.

Endlich mag noch bemerkt werden, dass jene Ordensmitglieder, die mit der Verwaltung zu thun hatten - also wohl auch die Archivare und Bibliothekare - den Manifestationseid zu leisten hatten, wodurch sie sich verpflichteten alles zu übergeben, nichts zu verhehlen, zu verbergen oder zu unterschlagen[18].

Soviel also war mit Vorbedacht durch diese Bestimmungen bezüglich der Archive und Bibliotheken vorgekehrt worden. Sie sollten vorläufig conservirt bleiben, durch die Sperre eine Verschleppung hintangehalten und durch die Inventarisirnng ihr Bestand wenigstens im allgemeinen festgesetzt werden. Man muss jedoch zugeben, dass durch jene Begünstigung für die einzelnen Ordensmitglieder der Verschleppung namentlich von Bibliotheksschätzen Thür und Thor geöffnet war, insbesondere dort, wo keine Kataloge vorhanden oder auch früher absichtlich beseitigt worden waren. Für die künftige Bestimmung und Verwendung der Klosterarchive und Bibliotheken war aber noch keine Vorsorge getroffen.

Kaum hatte der damalige Präfect der Hofbibliothek Gottfried Freih. van Swieten [19] über den Beschluss der Klosteraufhebung sich Gewissheit verschafft, so war er auch bemüht zum Wohle und Gedeihen des Institutes, dem er vorstand, daraus Nutzen zu ziehen. Schon am 14. Jänner richtete er an den Hofrath von Margelik [20] ein Schreiben, in dem er sagt: „Es müssen in den zur Aufhebung bestimmten Klöstern gewiss alte Documente, Handschriften und Bücher sich vorfinden. Ich hoffe, dass man dabei auf die kaiserliche Bibliothek denken werde, und da es mir bekannt ist, dass in dem bei Brünn liegenden Kloster Raigern eine ziemlich beträchtliche Anzahl von Manuscripten nebst einer Sammlung von Kupferstichen vorhanden ist, so ersuche ich E. W. besonders dabei auf die kaiserliche Bibliothek, so wie es mit dem Jesuiten-Nachlass geschehen ist, Rücksicht zu nehmen" [21]. Diese Zuschrift hatte zur Folge, dass schon am nächsten Tage an sämmtliche Länderstellen nachfolgende Verordnung erlassen warte: „Dem mit der Aufhebung eines Klosters betrauten Commissär ist aufzutragen, dass er in jenen Klöstern, wo über die sich vorfindenden Bibliotheken bereits Bücherkataloge vorhanden waren, sogleich auf die daselbst vorhandenen alten Documente Handschriften und Bücher vorzüglich Bedacht nehmen und sie sogleich in gute Verwahrung bringen lassen soll; wo aber keine eigenen Bücherverzeichnisse sich vorfänden, hat er die vorhandenen alten Documente, Handschriften und Codices in sichere Verwahrung zu bringen und zu bsigniren, damit nicht etwa einige derlei alte Codices und Documente entzogen und verschleppt werden können. Diese sollen, so wie es bei der Aufhebung der Jesuiten geschehen und beobachtet worden ist, sogleich getreulich consignirt und diese Consignationen zur Einsicht und zum Gebrauche der k. k. Hofbibliothek gebracht werden." [22]

Dieser Erlaas wurde unter dem gleichen Datum auch dem Präsidenten der Hofkammer, Grafen Kollowrat, und der ungarisch-siebenbürgischen Hofkanzlei zur Kenntniss mitgetheilt [23].

Die einzelnen Länderstellen hatten die Aufhebung der durch das Rescript betroffenen Klöster sogleich in Angriff genommen. Es zeigte sich hierbei aber, dass die erlassenen Verordnungen in mancher Beziehung nicht ausreichten. Insbesondere war dies auch in Betreff der Archive und Bibliotheken der Fall. So kam es, dass von einzelnen Leerstellen bald über zweifelhafte Punkte Anfragen bei der Hofkanzlei einliefen. Schon am 21. Jänner suchte die nied. öst Regierung unter anderem auch um Verhaltungsmassregeln nach, „wie es sich in Ansehung der bei den Klöstern vorfindigen Archive benommen und ob nicht selbe, so wie es bei jenen der aufgehobenen Jesuiten Gesellschaft geschehen, zu der Regierung überbracht und dort untersucht und besorgt werden sollten" [24] Auf diese Aufrage hin wurde die nied. öst Regierung unter dem 27. Jänner vorläufig nur auf die diesbezüglich bereits erflossenen Verordnungen verwiese, dass nämlich die Archive und Bibliotheken ausser jenem, so die Klostermitglieder zu ihrem Gebrauche noch in Communitate nöthig haben, wohl versiegelt und verwahrt zu lassen seien; da wo Kataloge anzutreffen, seien solche anher zu senden, wo keine vorgefunden würden, seien dieselbern nur in General-Rubriken zu verfassen; die Manuscripte aber, worüber ebenfalls Verzeichnisse zur Beurtheilung einzusenden wären, sollten

sorgfältig verwahrt werden, ohne jedoch eine kostbare Hereinbringung zu veranlassen [25]. Zugleich wurde dieses Hofkanzleidecret unter dem 1. Februar auch als Circular an sämmtliche Länderstellen zur Darnachachtung mitgetheilt [26].

Bald darauf (21. Februar) erliess auch die Hofkammer an die bei den einzelnen Länderstellen eingesetzten Klosteraufhebungscom-missionen ein Decret, durch welches verordnet wurde, dass sie die bei den aufgehobenen Klöstern in Bestallung gestandenen Advokaten und Rechtsfreunde dazu zu verhalten habe, dass diese sämmtliche in ihren Händen befindliche, die aufgehobenen Klöster betreffende Docu-mente und Schriften dem dortigen Fisco übergeben sollen; dieser sei auch zur Fortsetzung der etwa noch schwebenden Processe zu verhalten [27].

Inzwischen war vom Grafen Kinsky [28] ein aus Neustadt vom 9. Februar datirtes Schreiben bei der böhm. öst. Hofkanzlei eingelangt mit der Bitte, die Bibliothek der Carthäuser bei Gitschin in Pitschowe [29] der Prager Universitätsbibliothek zu übergeben, auch die etwaigen Doubleten nicht ausgenommen, für welche diese andere Werke eintauschen und dadurch manche unvollkommene Werke ergänzen könnte; überhaupt wolle die Hofkanzlei bei Auflösung der Klöster auf die Prager Universität Bedacht nehmen; physikalische Instrumente und Modelle möchten in den Ingenieur-Saal unter die Aufsicht des Professors Herget gebracht werden [30].

Wahrscheinlich durch diese Zuschrift veranlasst erging durch Hofkanzleidecret vom 6. April an sämmtliche Länderstellen folgender Auftrag: „Sowie bereits früher durch allerhöchste Entschliessung ihnen bedeutet wurde, dass sie über alle Bibliotheken der aufgehobenen Klöster genaue Aufsicht tragen, die etwa vorhandenen Kataloge einschicken, indessen jedoch die Bücher, besonders aber die Manuscripte worauf vorzüglich zu sehen sei, bis zum weiteren höchsten Befehle beisammenhalten und wohl verwahren sollen, so erstrecke sich diese Verordnung von nun an auch auf die in den aufgehobenen Klöstern vorgefundenen Modelle und physikalischen und mathematischen Instrumente" [31].

Bevor noch diese Verordnung erlassen wurde, hatte die Studien-hofcommission durch Protokoll vom 5. März bei der böhm. öst. Hofkanzlei um die Bewilligung angesucht, dass bei der zu seiner Zeit zu erfolgenden Verkeilung der bei den aufgehobenen Klöstern vorgefun¬denen Bibliotheken auf alle jene Orte, wo öffentliche Bibliotheken eiiatiren, Bedacht genommen werden möge [32].

Durch jene Zuschriften wurde die geistliche Hofcommission be-wogen ihr Augenmerk auch der Frage einer zweckentsprechenden Ordnung und endgiltigen Verwendung der aufgehobenen Klosterbibliotheken zuzuwenden. Sie verlangte vorerst durch Hofdecret vom 24. März von der Stndienhofcommission ein Gutachten, „wie in Betreff der thunlichst und verlässlichsten Einleitung, der Beschreibung, Sor-tirung und Uebernahme der Agspacher Bibliothek [33] sowohl als aller anderen Bibliotheken der aufgehobenen Ordensklöster vorzugehen sei" [34]. Der Aufforderung Folge leistend gab diese durch Note vom 25. April ihre Meinung dahin ab, dass es am zweekmässigsten wäre, wenn der nied. öst. Eegierung aufgetragen wurde, sämmtliche Bücher und Manu-scripte nebst den dabei befindlichen Katalogen von Agspach sowie von allen übrigen aufgehobenen Klöstern anher überbringen und die-selben in einem vorläufig hierzu abgewählten Ort niederlegen zu lassen, zugleich aber auch, sobald einige eingelangt sein würden, darüber die Anzeige zu machen. Von Seite der Studienhofcommisson wurde man dann einen ordentlichen Katalog verfassen lassen, um daraus beur-theilen zu können, welche Bücher und Manuscripte zum Gebrauche sich eignen und wie allenfalls mit diesen Bibliotheken zum Besten des Publicums zu disponiren sein dürfte. Die Bibibliotheken der in in den übrigen Ländern aufgehobenen Klöster seien von den betreffenden Kreisämtern an die ihnen vorgesetzten Landerstellen eunzuschicken, von diesen sei ein verlässlicher Katalog hierüber verfassen zu lassen und anher einzusenden, um daraus ersehen zu können, was für Bücher als nützliche Werke zum Gebrauche der bestehenden Bibliotheken beibehalten, und wie die übrigen käuflich hintangegeben werden könnten. Das hieraus gelöste Geld möge sofort zum Besten des Publicums und zur Erreichung der allerhöchsten Absicht verwendet
werden [35].

Die böhm. öst. Holkanzlei fand diesen Antrag der Studienhofcommission, wie im Referate darüber gesagt wird, ganz zweckmässig und erliess am 4. Mai auch demgemäss lautende Verordnungen an die nied. öst Regierung wie an die anderen Länderstellen. Der nied. öst Regierung wurde aufgetragen, sämmtliche Bücher und Manuscripte nebst den dabei befindlichen Katalogen sowohl von der aufgehobenen Carthause zu Agspach als von allen übrigen in ihrem Bereiche aufgehobenen Klöstern nach Wien überbringen zu lassen und zu deren Unterbringung vorläufig einen Ort auszuwählen. Sobald einige angelangt sein würden, habe sie sogleich die Anzeige zu machen, damit sie sodann von Seite der Studienhofcommission ordentlich consignirt und deren Inhalt beurtheilt werden könne [36]. Durch Decret an die übrigen Länderstellen wurde befohlen: Es seien gesammte Bücher und Manuscripte der dortlands aufgehobenen Klöster von den Krei-ämtern wohlverwahrt an die Landesstelle einzusenden, worüber diese einen verlässlichen Katalog verfassen zu lassen und nach Wien einzuschicken habe, damit daraus beurtheilt werden könne, welche nützliche Bücher zum Gebrauche der Bibliotheken beibehalten, und wie die übrigen käuflich hintangelassen werden mögen [37]. Von den getroffenen Verfügungen wurde unter dem gleichen Datum auch die Hofkammer in Kenntniss gesetzt [38].

Auf eine weitere Anfrage des böhmischen Guberniums [39] erliess die Hofkanzlei unter dem 7. Juni sowohl an dieses als auch an die anderen Länderstellen die Verordnung, dass die Kataloge über die bei den aufgehobenen Klöstern vorgefundenen Bücher allenfalls von

einem hierzu tauglichen Geistlichen [40] verfasst werden könnten. „Dahingegen wolle S. k. k. Majestät", heisst es weiter, „dass zur Untersuchung der Archive bei diesen Klöstern und zur Formirung der Consigna-tionen über die vorhandenen Documente und Instrumente kein Kloster-geistlicher, sondern ein anderer vertrauter, dem Werke gewachsener Mann verwendet werde" [41].

Die verschiedenen Anfragen von Seite der Länderstellen an die böhm. öst Hofkanzlei, wie sie sich in Bezug auf die Archive und Biblio theken der aufgehobenen Klöster zu verhalten hätten und was übe haupt mit denselben und insbesondere mit den Bibliotheken zu ge schehen habe, sowie die theils begehrten, theils freiwillig gegebenen Einrathen der Studienhofcommission bewogen endlich die geistliche Hofcommission, einerseits um die genannten Anfragen, wie es in dem Vortrage an den Kaiser vom 16. September heisst, ohne Weitläufigkeit und nach bestimmten Grundsätzen beantworten zu können, andererseits um mancherlei unnöthige Schreibereien den Länderstellen zu ersparen, ein allgemein gültiges Directiv über die Verwendung und Vertheilung der bei den aufgehobenen Klöstern vorgefundenen Bücher, Manuscripte und Documente an die Unversi täts- und Lycealbibliotheken auszuarbeiten und dem Kaiser zur Ge nehmigung vorzulegen [42]. Der Kaiser erledigte den Vorschlag durch folgende Resolution: "Ich beangenehme vollkommen die Anträge der Commission. Es müssen aber über die zu vertheilenden Bücher, Ur kunden und Handschriften die Consignationen angefertigt und von denjenigen, die solche empfangen, ordentliche Quittungen darüber ausgestellt werden, damit jede Landesstelle über die Verwendung sich auszuweisen im Stande sein möge" [43].

Der Vortrag an den Kaiser und die darüber erfolgte Resolution wurden am 26. September auch der Studienhofcomimssion zur Einsicht mitgetheilt [44].

Mit fast wörtlicher Anlehnung an diese wurde nun das Rescnpt an sämtliche Länderstellen ausgearbeitet und unter dem 23.Sept. an dieselben versandt. Zugleich wurde es auch dem Hofkriegsrathe zur Kenntnissnahme übermittelt [45]. Der Wortlaut desselben ist folgender:


[1] Officiell führen diese drei gegenwärtig nur den Titel von Registraturen. Da sie aber schon jetzt eine Zweitheilung aufweisen, die einer eventuellen Scheidung in ein Archiv und in eine eigentliche Registratur entspricht, ziehe ich es vor sie als Archive zu bezeichnen und zwar: C.A.=Archiv des k.k. Cultus- und Unterrichtsministeriums; St.A. in Graz=Statthaltereiarchiv in Graz; St.A. in Klgft=Statthaltereiarchiv in Klagenfurt. [zurück]
[2] Vgl. Arneth, Maria Theresia 9,99, 102. [zurück]
[3] C.Arch.Fasc. 92 Jesuit. in gen. [zurück]
[4] Klgft., St. Arch. Jesuit. Fasc. 1. [zurück]
[5] Gedruckt bei Arneth, Maria Theresia 9,108. [zurück]
[6] Klgft., St. Arch. Jesuit. Fasc. 1. [zurück]
[7] Granz, St. Arch. Fasc. 199, Klgft., St. Arch. Jesuit. Fasc. 1. [zurück]
[8] Es erhellt dies aus den Referaten der betreffenden Jesuitencommissionen mit Bezug auf das zweite Hofkanzleidecret und aus dem Berichte, den ds inneröst. Gubernium am 11. Jänner 1774 nach Hof richtete. In Graz, Klagenfurt und Marburg fanden sich nach Ansicht der Jesuitencommissionen keine dergleichen Schriften mehr vor, nicht so in Judenburg. Was sich hier noch erhalten hatte, sandte das Gubernium am 28. April nach Wien. Die Acten darüber: In Graz, St. Arch. Fasc. 199 und Klgft., St. Arch. Jesuit. Fasc. 1. [zurück]
[9] Klgft., St. Arch. Jesuit. Fasc. 1. [zurück]
[10] C.Arch.Fasc. 92, Jesuit. in gen., vgl auch Arneth, Maria Thersia 9,109. [zurück]
[11] Klgft., St. Arch. Jesuit. Fsc. 1. Das Hofkammerdecret ist an die Landeshauptmannschaft von Kärnten gerichtet, doch wurden zweifelsohne gleichlautende Decrete auch an die übrigen Länderstellen erlassen. [zurück]
[12] Man vgl.: Seb. Brunner, Mysterien d. Aufklärung in Oesterreich 290, 192, 313, 320, 327, 328, 341, 358; G. Wolf, Gesch. d. Archive in Wien 39, 40, 50; Wurzbach, Biogr. Lexicon 31, 154; Feil in Schmidl, Oesterr. Blätter Bd. 2. Nr. 40 S. 305; Zahn im Archiv f. Kunde österr. Geschichtsquellen 27, 198 N. 1; Hock, Der österr. Staatsrath 409, 415, 588. [zurück]
[13] A. Wolf, Die Klosteraufhebung in Innerösterreich 32, 56, 97, 166. Freilich hat A. Wolf bei seinem Urtheile nur Innerösterreich im Auge, wo die Verordnungen der Centralregierung durch das Gubernium verhältnissmässig am genauesten durchgeführt worden zu sein scheinen. Andererseits ist er aber doch geneigt, sein Urteil zu generalisiren (S. 166.). [zurück]
[14] Vgl. über diese Verhätnisse A. Wolf, Die Aufhebung der Klöster in Innerösterreich 14, 34, 36, 111, 112 u.a.a.O. [zurück]
[15] In einem Vortrage der geistlichen Commissinn vom 13. Dezember 1782 (C. Arch. Fasc. 105 gen.) wird über die von den Aufhebungscommissionen bis dahin eingeschickten schlechten und unzuverlässigen Inventare, sowie insbesondere auch über die grosse Ungleichmässigkeit in der Anlage derselben Klage geführt. Es wurde daher von der eistlichen Commission ein Musterinventar vorgelegt, nach dem sich sämmtliche Aufhebungscommissäre zu halten hätten. Darin erscheinen auch als besondere Rubriken:
In der Kanzlei sämmtliche Grundbücher, Protokolle und übrigen Acten, dann das Archiv, die Bibliothek ordentlich zu beschreiben. Ob dieses Musterinventar auch wirklich den Länderstellen zur Darnachachtung für die einzelnen Klosteraufhebungscommissäre mitgetheilt wurde, konnte ich nicht finden. [zurück]
[16] C. Arch. Fasc. 94 gen. [zurück]
[17] C. Arch. Fasc. 94 gen. [zurück]
[18] Ebenda, gedruckt bei Brunner, Theol. Dienerschalt, 476. [zurück]
[19] Van Swieten war Präfect der Hofbibliothek von 1777-1808. Vom Jahre 1781 an bis zum Tode Josefs II. war er zugleich auch Präses der Studien-und Büchercensurs-Hofcommission. [zurück]
[20] Johann Wenzel von Margelik, später zum Freiherrn erhoben, war damals Referent in geistlichen und Cultussachen bei der böhm. öst. Hofkanzlei. Vgl Wfrzbach, Biogr. Lexicon 16,440. [zurück]
[21] C.Arch Fasc. 105 gen. [zurück]
[22] Arch. Fasc. 105 gen., Graz, St. Arch. Fasc. 204 [zurück]
[23] C. Arch. Fasc. 105 gen. [zurück]
[24] Ebenda. [zurück]
[25] C. Arch. Fasc. 105 gen. [zurück]
[26] Ebenda und Graz, St Arch. Fasc. 204. [zurück]
[27] Ebenda. [zurück]
[28] Es ist dies Franz Josef Graf Kinsky von Wchinitz und Tettau, damals k.k. Generalmajor und Localdirector der Wiener-Neustädter Militärakademie. Ob er aus eigener Initiative, wie aus dem Schreiben selbst hervorzugehen scheint, oder auf Veranlassung der UniversitätsbibliothekssVerwaltung von Prag diesen Schritt that, ist mir unbekannt. Letzteres würde dadurch wahrscheinlich, dess er schon durch die Ueberlassungg seiner eigenen und der Kinsky'schen Familienbibliothek sich um die Prager Universitätsbiliothek verdient gemacht hatte, vgl. Hanslik, Gesch. der
bibliothek verdient gemacht hatte, vgl. Hanslik, Gesch. der Prager Univers. Bibl 70. [zurück]
[29] Carthäuser zu Walditz nächst Gitschin, Bidschauer Kreis. [zurück]
[30] C. Arch. Fasc. 105 gen. [zurück]
[31] C. Arch. Fasc. 105 gen., Graz, St. Arch. Fasc.204 [zurück]
[32] Das prtokoll selbst fand sich nicht vor. Der Inhalt desselben ist aus dem Referate der geistlichen Hofcommission, vom 16. September 1782 entnehmen. Dieses C. Arch. Fasc. 105 gen. [zurück]
[33] Es war demnach von der nied. öst. Regierung wegen der Agspacher Bibliothek ebenfallls eine specielle Anfrage an die böhm. öst. Fofkanzlei gerichtet worden. [zurück]
[34] Auch dieses Hofdeoret ist nicht mehr erhalten. Der Inhalt erhellt aus der folgenden Note der Studienhofcommission vom 25. April., C. Arch. Fasc. 105 gen. [zurück]
[35] C. Aroh. Fasc. 105 gen. [zurück]
[36] Ebenda. Gerade einen Tag vor Ausfertigung dieses Rescriptes unter dem 3.(praes. den 7.) Mai hatte die nied. öst. Regierung eine neue Anfrage an die böhm. öst. Hofkanzlei gerichtet, in welcher sie Weisungen ver-langt, was in Ansehung der Bibliothek zu Gaming, die eich in Unordnung finde, zu geschehen habe. Darauf wurde dieselbe unter dem 24. Mai nur auf die inzwischen erlassene Verordnung vom 4. Mai verwiesen. C. Arch. Fasc. 92 Gaming und Fasc. 105. Nied. öst. [zurück]
[37] C. Arch. Fasc. 105 gen. [zurück]
[38] Ebenda. [zurück]
[39] Diese Zuschrift der Vortrag der geistlichen Hofcommission darüber, sowie die kaiserliche Reso-lution waren nicht zn finden. Der Sachverhalt ist aus dem folgenden Erlasse der böhm öst. Hofkanzlei ersichtlich. [zurück]
[40] In dem Erlasse an das böhmische Gubernium wurde die Verwendung des Prager Bibliothekars P. Raphael Ungar, um den es sich bei der Anfrage wohl gehandelt haben wird, bewilligt. [zurück]
[41] C. Arch. Fasc. 105 gen. [zurück]
[42] Ebenda. Das Referat erastattete der Abt von Braunau, Rautenstrauch [zurück]
[43] C. Arch, Fasc. 105 gen. [zurück]
[44] Ebenda. [zurück]
[45] Ebenda. Wahrscheinlich als der obersten Verwaltungsbehörde der Militärgrenzgebiete. An einen Fehler im Concepte für Hofkammer ist wohl kaum zu denken. [zurück]

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